Auf einen Blick
- Erste Tierarzt-Vorstellung in Woche 1 bis 2 nach Einzug.
- Entwurmung alle zwei bis vier Wochen, bis Kotproben sauber sind.
- Grundimmunisierung ab der achten Woche, zwei Impfungen im Abstand.
- Kastration zwischen dem vierten und achten Lebensmonat.
- Notfall-Symptome immer sofort tierärztlich abklären.
Zeitachse für das erste Katzenjahr
Die genauen Abstände legt deine Tierarztpraxis fest – hier ist eine grobe Orientierung, damit du weißt, was dich erwartet und welche Kosten dazugehören. Wer diese Liste vor der Adoption einmal durchgegangen ist, erlebt später keine bösen Überraschungen.
- Woche 1 bis 2: Erstvorstellung Allgemeinuntersuchung, Gewichtskontrolle, Beratung zu Futter und Entwurmung. Bei Tierschutz-Tieren ist meist schon ein Impfpass da – bring ihn mit. Falls das Kitten aus dem Ausland stammt, können zusätzliche Tests auf FIV, FeLV und andere Infektionen sinnvoll sein.
- Ab Woche 2: Entwurmung in mehreren Runden Kitten werden meist alle zwei bis vier Wochen entwurmt, bis die Kotproben sauber sind. Pro Behandlung rund 15–35 €. Später reicht eine routinemäßige Entwurmung oder Kotuntersuchung alle drei bis sechs Monate.
- Woche 8: Erste Impfung Katzenschnupfen und Katzenseuche (Kombi). Falls noch nicht geschehen: gleichzeitig Chippen und Registrierung bei TASSO oder FINDENFIX. Wer den Tierarzt-Termin geschickt bündelt, spart Stress und Anfahrt.
- Woche 12: Zweite Impfung + Tollwut + FeLV Zweite Dosis der Grundimmunisierung im Abstand von drei bis vier Wochen zur ersten. Ab zwölf Wochen ist die Tollwut-Impfung möglich – bei reinen Wohnungskatzen nicht zwingend, bei Freigang in den meisten Bundesländern Pflicht. FeLV (Leukose) für Freigänger und Mehrkatzen-Haushalte empfehlenswert.
- Monat 4 bis 6: Jungtier-Check Gewichtskontrolle, Gebiss- und Entwicklungs-Check, Besprechung der Kastration. Bei reinen Wohnungskatzen kann auf einzelne Impfungen verzichtet werden – das klärt die Praxis individuell.
- Monat 4 bis 8: Kastration Kätzinnen werden oft etwas früher kastriert, Kater mit Erreichen der Geschlechtsreife. Wer früh kastriert, verhindert ungewollten Nachwuchs, verringert das Risiko von Revierkämpfen, Markieren und Gebärmutter-Vereiterung. Tierheim-Tiere sind häufig schon kastriert – abklären, ob ein späterer Eingriff nötig wird. Mehr auf unserer Kastrations-Seite.
- Monat 12: Jahresabschluss-Check Auffrischungs-Impfungen, allgemeiner Gesundheits-Check, Besprechung von Verhalten und Haltung. Damit geht der Tierarzt-Marathon des ersten Jahres zu Ende – ab jetzt reichen meist jährliche Routine-Checks.
Was kostet das im ersten Jahr?
Die Tierarzt-Kosten sind nur ein Teil der echten Gesamtkosten. Hier eine grobe Orientierung – die tatsächlichen Preise hängen von Praxis, Region und Umfang ab.
- Erstvorstellung, Impfungen, Chip, Registrierung: rund 120–250 €.
- Entwurmung (mehrere Runden): rund 60–140 € im ersten Halbjahr.
- Kastration Kätzin: rund 100–250 € je nach Praxis.
- Kastration Kater: rund 60–150 €.
- Rücklage für Notfälle: mindestens 500–1.000 €, bevor das Tier einzieht.
Sofort zum Tierarzt – nicht abwarten
Wenn etwas nicht stimmt, zählt jede Stunde
Kitten verschlechtern sich schnell. Katzen zeigen Schmerz und Krankheit instinktiv leise – wer wartet, bis das Tier offensichtlich leidet, wartet oft zu lange. Diese Anzeichen sind immer ein Fall für den tierärztlichen Notdienst oder zumindest einen Anruf in der Praxis:
- Apathie, Nicht-fressen über 24 Stunden, verstecktes Liegen.
- Durchfall oder Erbrechen, das länger als zwölf Stunden anhält.
- Schwierigkeiten beim Atmen, Röcheln, Niesen mit eitrigem Ausfluss.
- Verletzungen, die nicht innerhalb einer Stunde aufhören zu bluten.
- Krampfanfälle, Taumeln, plötzliche Lähmungserscheinungen.
- Auffälliges Verhalten: ein zuvor munteres Kitten, das sich plötzlich ganz zurückzieht.
- Verdacht auf Vergiftung (Schokolade, Lilien, Medikamente, Reinigungsmittel).
- Blut im Urin, im Kot oder im Erbrochenen.
Mehr zu leisen Warnzeichen auf unserer Seite Stilles Leiden bei Katzen erkennen. Was in den ersten Minuten nach einem Unfall oder Vergiftungsverdacht zählt, steht auf unserer Notfall-Seite.
Worauf diese Zeitachse beruht
Die genannten Impfungen, Entwurmungs-Abstände und Kastrations-Zeitpunkte entsprechen den Empfehlungen der Bundestierärztekammer, des Deutschen Tierschutzbundes und der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT). Die genauen Abstände und ob einzelne Impfungen in deinem Fall sinnvoll sind, klärt immer die betreuende Tierarztpraxis vor Ort.
Der ehrliche Satz zum Schluss
Wer ein Kätzchen adoptiert, übernimmt nicht nur ein süßes Tier, sondern auch einen festen Platz im Kalender. Impftermine, Entwurmung, Kastration, Vorsorge. Wer diesen Rhythmus ehrlich mitgehen kann, bekommt ein gesundes, ausgeglichenes Tier. Wer nur das Kuscheln sieht, wird spätestens beim ersten Tierarzt-Notfall merken, dass Verantwortung kein einmaliger Kauf ist.
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