Spuren auf dem Spaziergang: Hund, Fuchs, Wolf oder Marderhund?

Pfotenabdrücke von Hund, Fuchs, Marderhund und Wolf unterscheiden, bei Wolfsverdacht richtig melden und in der Brut- und Setzzeit Rücksicht nehmen.

Golden Retriever springt im Freien über ein Hindernis.

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Hund, Fuchs, Wolf oder Marderhund? Spuren auf dem Spaziergang

Auf dem Feldweg, am Waldrand oder am Ufer zeichnen sich im weichen Boden oft Pfotenabdrücke ab, und dein Hund schnüffelt schon aufmerksam daran. Wer nicht weiß, von wem sie stammen, ist schnell verunsichert. Dabei hilft ein ruhiger Blick: Ein einzelner Abdruck verrät wenig, doch das Gangbild, also die Abfolge der Abdrücke, erzählt viel mehr.

Hund und Fuchs: Das Gangbild entscheidet

Die Fachstelle Stadtwildtiere beschreibt den Pfotenabdruck des Fuchses als eher oval, mit meist deutlich sichtbaren Krallenabdrücken. Der Abdruck eines Hundes ist rundlicher und, je nach Rasse, größer. Weil Hunderassen so verschieden sind, reicht die Form allein aber selten aus.

Aussagekräftiger ist die Fährte, also die Spurenfolge. Ist der Fuchs zügig unterwegs, setzt er die Pfoten beinahe in einer Linie ab. Dieses Laufen heißt Schnüren und wirkt wie eine gezogene Perlenschnur. Hunde bewegen sich unregelmäßiger: Sie schnuppern hier und dort, und ihre Spur sieht deshalb eher ungeordnet aus.

  • Fuchs: eher ovaler Abdruck, deutliche Krallen, bei zügigem Gang eine fast gerade Linie.
  • Hund: rundlicherer, oft größerer Abdruck, unregelmäßiger Verlauf.

Marderhund: Breiter Tritt, versetzte Spur

Der Marderhund stammt ursprünglich aus Ostasien und ist, trotz seines Namens, enger mit Fuchs und Wolf verwandt als mit den Mardern. Er ist etwa fuchsgroß, hat kurze Beine und eine dunkle Gesichtsmaske, ist dämmerungs- und nachtaktiv und zieht sich von Dezember bis Februar teilweise in eine Winterruhe zurück. Das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) geht davon aus, dass er in Mecklenburg-Vorpommern flächendeckend vorkommt.

Vorn und hinten sind jeweils vier Zehen zu sehen. Der Vorderfußabdruck ist meist breiter als lang, der Hinterfußabdruck länger als breit. Allein am Abdruck lässt er sich oft nicht sicher von Hund oder Fuchs trennen. Hilfreich ist wieder das Gangbild: Seine Spur liegt immer etwas versetzt und nie genau in einer Reihe.

Wolf oder großer Hund: Vorsicht bei der Deutung

Die Schweizer Fachstelle KORA, die den Wolf seit Jahren beobachtet, hält fest, dass sich Wolfs- und Hundespuren nur mit großer Erfahrung, unter guten Bedingungen und mit Kenntnis der örtlichen Verhältnisse unterscheiden lassen. Als Wolfsspur gilt dort nur eine Spur, die über mindestens 100 Meter im geschnürten Trab verläuft, deren Doppeltrittsiegel mindestens 8 Zentimeter lang sind und deren Spurweite mindestens 1,10 Meter beträgt. Das lässt sich in der Praxis meist nur im Winter bei gutem Schnee über längere Strecken prüfen.

Für den Alltag heißt das: Ein einzelner großer Abdruck erlaubt keinen sicheren Schluss, und ein gemeldeter Wolfshinweis ist noch kein Wolfsnachweis. In Mecklenburg-Vorpommern kommen Wölfe seit 2006 wieder dauerhaft vor. Das Landesportal wolf-mv.de rät bei einer Begegnung, ruhig zu bleiben und Abstand zu halten, sich durch Rufen oder Klatschen bemerkbar zu machen, nicht wegzulaufen, sondern sich ruhig zurückzuziehen, und den Wolf weder zu verfolgen noch zu füttern.

Marder und Dachs

Marderartige bewegen sich häufig in Sprüngen fort, sodass die Hinterfüße in die Abdrücke der Vorderfüße landen. Das ergibt eine Folge von Sprungpaaren. Der Dachs ist dagegen ein Sohlengänger: Er setzt die ganze Pfote auf, und die fünf Zehen stehen beinahe waagerecht nebeneinander. Fuchs und Marder laufen auf den Zehen und drücken nur Teile ihrer Pfote ab.

Verdacht auf einen Wolf: Wohin mit der Meldung?

Sichtungen, Spuren und Kot nimmt das Wolfsmonitoring entgegen, im Idealfall mit Foto oder Video sowie mit Datum und Ort. Dafür gibt es auf wolf-mv.de eine Online-Meldung. Auffälliges, etwa vermutete Nutztierrisse, Totfunde oder ein Wolf, der wiederholt die Nähe von Menschen sucht, gehört an die Wolfshotline, deren Nummer und Erreichbarkeit dort ebenfalls stehen. Tote Tiere solltest du nicht bewegen. Wolfskot enthält nach Angaben des Wolfsinformationszentrums häufig Haare und Knochenstücke der Beute. Hundekot gehört dagegen in die Tüte.

Leine und Rücksicht in der Brut- und Setzzeit

Im Wald erlaubt das Landeswaldgesetz Mecklenburg-Vorpommern nur angeleinte Hunde. Ausgenommen ist der bestimmungsgemäße Einsatz von Dienst- und Jagdgebrauchshunden. Auf Feldern und Wiesen sowie in Schutzgebieten empfiehlt der NABU, Hunde stets an der Leine zu führen. Freilaufende Hunde können Bodenbrüter, also Vögel mit Nest am Boden, unbemerkt stören oder Wildtiere beunruhigen, und viele Jungtiere sind so gut getarnt, dass man sie gar nicht sieht. Bleib auf den Wegen und leine deinen Hund im Frühjahr und Frühsommer an.

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