Die Haltung verändert Wohnung, Tagesablauf und Urlaubsplanung
Jeden Tag fallen Füttern, Wasserwechsel, Reinigung der Näpfe, Gesundheitsbeobachtung, Freiflug, Sicherung des Zimmers und das Entfernen von Kot und Futterresten an. Vögel nagen an Holz, Tapeten und Einrichtung, verteilen Hülsen und Federn und erzeugen feinen Staub. Wer saubere, stille oder jederzeit frei nutzbare Wohnräume erwartet, wird den Alltag mit Vögeln wahrscheinlich als Belastung erleben.
Zu den Kosten gehören nicht nur Tiere und Körnerfutter: große Voliere oder Vogelzimmer, sichere Gitter und Fensterschutz, Naturäste und Ersatzmaterial, geeignete Beleuchtung samt Strom und regelmäßigem Lampentausch, Frischfutter, Transportboxen, Reinigung, vogelkundige Untersuchungen, Medikamente und Notfälle. Schon ein einzelner akuter Tierarztfall kann die laufenden Monatskosten deutlich übersteigen. Eine Rücklage ist kein Extra.
Urlaub, Krankheit, Krankenhaus und Familiennotfälle brauchen eine eingewiesene Betreuung, die täglich kommt, Veränderungen erkennt und im Ernstfall zum vogelkundigen Tierarzt fährt. Ein voller Futterautomat ersetzt keine Versorgung. Vermieter, Nachbarn, Allergien, Staubempfindlichkeit und die Lautstärke am Morgen gehören vor einer Aufnahme ebenfalls auf den Tisch.
Wellensittiche können zehn bis fünfzehn Jahre alt werden. Größere Papageien können mehrere Jahrzehnte leben. Damit reichen Wohnungswechsel, Trennung, Beruf, Kinder, Pflegeverantwortung und das eigene Alter in die Entscheidung hinein.